Maschinenbauforum

Einkauf, Materialwirtschaft, Engineering

CongressCentrumPforzheim vom 13. bis 15. März 2018 logo_blau
MASCHINENBAUFORUM Einkauf & Materialwirtschaft, Teil 1 (in Vorbereitung) 13. März 2018
MASCHINENBAUFORUM Einkauf & Materialwirtschaft, TEil 2 (in Vorbereitung) 14. März 2018
Seminar (in Vorbereitung) 15. März 2018

Rückblick

Einkauf & Materialwirtschaft, Teil 1

14. März 2017

Von der Unternehmens- zur Einkaufsstrategie
Ableitung strategischer Kernfragen zur Optimierung des Einkaufs

Markus Reiter, Category Manager Procurement, Brückner Maschinenbau GmbH

Stellen Sie sich vor, Ihre Fertigungstiefe ist Null, die Volatilität des Auftragseingangs schwankt um 400 % und Sie sourcen auf der ganzen Welt… Hinzu kommt das Sie die Technologieführerschaft des Unternehmens aus Sicht der Supply Chain abzusichern haben und eine hundertprozentige Verfügbarkeit des Materials gewährleisten müssen.

Wie sieht Ihre Einkaufsstrategie aus?

Die Anforderungen sind so unterschiedlich wie die Unternehmen selbst und erfordern neben einer an der Unternehmensstrategie ausgerichteten Einkaufsstrategie auch deren konsequente Umsetzung. Dies gelingt nur durch die Konzentration auf die strategischen Kernpunkte und Schlüsselfaktoren, die für das Unternehmen und die Supply Chain gleichermaßen Gültigkeit haben. Letztere muss die Marktanforderungen abbilden.

Markus Reiter beschreibt in seinem Vortrag wie die Einkaufsstrategie aus der Unternehmensstrategie entsteht, welche Kernfragen sich für den Einkauf daraus ableiten lassen und wie sich dieser strategische Ansatz operativ umsetzen lässt.

Industrie 4.0 im Einkauf – wo geht die Reise hin? Anforderungen an Einkauf & Einkäufer
Ernst Kranert, Bereichsleitung Einkauf, Wolf GmbH

EDI-Anbindung und Datenaustausch sind im Einkauf nichts Neues; eProcurement ist zur Normalität geworden. Was bedeutet dann Industrie 4.0 im Einkauf? Eine vollständige Automatisierung der Supply Chain – vom Lieferanten bis in die eigene Fertigung? … oder gar bis zum Kunden?

Diese Frage ist dreidimensional zu beantworten: Geht es um die Beschaffung komplexer 4.0-fähiger Produkte im Sinne von Produktionsmaterial, um die Umrüstung der eigenen Fertigung oder um die (weitere) Einbindung der Lieferanten zu weitgehend autonomen Prozessen?

Ernst Kranert berichtet in seinem Vortrag wie er seine Einkaufsorganisation auf die Herausforderungen von Industrie 4.0 und die fortschreitende Digitalisierung vorbereitet. Am Beispiel der Beschaffung eines Blechbearbeitungszentrums verdeutlicht er, welche Anforderungen Einkäufer im Umgang mit diesen Themen zukünftig erfüllen müssen. Und was es an wechselseitigem Know-how braucht, ein solches Projekt umzusetzen, wenn man von einem Tag zum anderen zum Gestalter von Rahmenprozessen in der Fertigung wird – und dem damit verbundenen Effizienz-Vorsprung.

Big Data im Einkauf – Chance für nachhaltige Savings und Zielkostenoptimierung
Hans-Peter Gysel, Geschäftsführer, shouldcosting GmbH und
Frank Sundermann, Geschäftsführer, DDVC GmbH

GyselSundermannBig Data ist eines der großen Schlagworte von Industrie 4.0; eine Überleitung auf den Einkauf fällt auf den ersten Blick zugegebenermaßen schwer. Aber was wäre, wenn …? Wenn Sie Ihre ERP-Daten mit denen aus anderen Datentöpfen wie CAD, PDM, PDF und Textfiles intelligent verknüpfen und in Echtzeit analysieren könnten? Wenn Sie feststellen, dass unzählige Gleichteile im System sind, die zu den unterschiedlichsten Kosten beschafft wurden und enormes Einsparpotenzial bieten? Sie auf einmal ein Handwerkszeug besitzen, um Wertanalyseprojekte voranzutreiben oder die Zielkosten eines Fertigungsteiles weit vor der Herstellung zu kalkulieren? Und Ihrem Lieferanten jedwedes Argument fehlt, die von Ihnen ermittelten Daten und Preise infrage zu stellen …

Hans-Peter Gysel und Frank Sundermann stellen Ihnen in diesem Vortrag ein richtungsweisendes Projekt der ABB Schweiz AG vor.

3D-Druck: alternative Fertigungstechnologie zur Produktoptimierung
Dr. Gereon Heinemann, CEO, Irpd AG

1_4_heinemann-irpdTeure Kleinserien, einzelne Bau- und Ersatzteile oder individuelles Prototyping für Neuentwicklungen sind prädestinierte Anwendungsfelder für den 3D-Druck. Die Vorteile liegen auf der Hand: rasche Verfügbarkeit, wesentliche Gesamtkostenvorteile und eine sehr hohe Flexibilität in der Produktentwicklung. Entgegen der allgemeinen Annahme, dass es sich hier um ein Novum handelt, hat die 3D-Technologie sowohl im Kunststoff- als auch im Metallbereich eine rund 30jährige Historie: Fragen zu Fertigungszeiten, Oberflächenbeschaffenheit, Belastbarkeit etc. sind längst beantwortet und erfordern ein Neu- und Umdenken im Bereich Einkauf und Entwicklung.

Präventives und ganzheitliches Risikomanagement im internationalen Einkauf
Mark Winkler, Chief Executive Officer, BDT PROLOG GMBH

1_5-winkler_bdtProbleme in der Supply Chain schaffen Folgeprobleme. Sind wir im Verzug, raffen Pönalen die oftmals geringe Marge dahin; schlimmstenfalls drohen Schadensersatzforderungen des Kunden. Dazu braucht es weder Naturkatastrophen noch Wirtschaftskrisen – die Probleme sind zumeist „hausgemacht“: Die größte Zahl der Risiken steckt in ganz alltäglichen Dingen wie das ständig steigende Beschaffungsvolumen, eine Single Source Politik, Allokationen oder Entwicklungsleistungen, die wir outsourcen und deren Eintrittswahrscheinlichkeit viel größer ist als ein Vulkanausbruch. Prävention statt Disaster Recovery Plan: Mark Winkler gibt Einblick in ein ganzheitliches und präventives Risikomanagement-System.

Vertragsmanagement im Einkauf – „Keep it simple!“
Ronald Hotz, Referent Einkauf Betriebsmittel, ANDREAS STIHL AG & Co. KG

„Die vielen Probleme, die auf einen Einkäufer zukommen, kann man eigentlich gar nicht niederschreiben: Kauf- und Rahmenverträge, AGB’s, QS- und Geheimhaltungsvereinbarungen und, und, und …“ (Zitat aus einer Umfrage des MASCHINENBAUFORUMs)

Das Management der Vertragsvielfalt eines global agierenden Unternehmens, die Überwachung von wichtigen Vertragslaufzeiten, Preisbindungsklauseln … aber auch die Entwicklung von Standards und Verantwortlichkeiten im Workflow sind eine große organisatorische Herausforderung. Dazu kommen die rechtlichen Aspekte und Risiken. Oftmals wird eine AGB-Kollision angestrebt und man wähnt sich in Sicherheit. Aber ein „one fit’s all“ gibt es bei Verträgen nicht. Ronald Hotz hat im Hause STIHL ein zentrales Vertragsmanagement aufgebaut, das den Mitarbeitern pragmatische Richtlinien an die Hand gibt, geprüfte Vorlagen zur Verfügung stellt und jederzeit über den jeweiligen Vertragsstatus auskunftsfähig ist, bis hin zur Überwachung oder dem geplanten Ende. Einfaches und zeitsparendes Arbeiten inklusive!

Einkauf & Materialwirtschaft, Teil 2

15. März 2017

Kennzahlen zur Messung des Wertbeitrags des Einkaufs
Nachweis von Savings und Einsparungen auf der Prozessebene

Michael Rudorf, Leiter Beschaffung, Maschinenfabrik Reinhausen GmbH

Rudorf_MR_EK_2013Das Hauptumsatzträger-Produktportfolio der Maschinenfabrik Reinhausen ist seit rund 40 Jahren annähernd unverändert und damit sämtliche Preisoptimierungsstrategien maximal ausgereizt. Nichts desto trotz bleibt die Forderung nach einem stetigen Wertbeitrag des Einkaufs zum Unternehmensergebnis bestehen. Dazu hat Michael Rudorf den Beschaffungsprozess detailliert durchleuchtet und signifikante Erfolge erzielt: Reduzierung der Claim-Kosten (Mehrkosten nach Lieferung), Optimierung der logistischen Parameter wie die Erhöhung der Liefertermintreue, Reduzierung der Wiederbeschaffungszeiten, Anpassung der Lagerbestände und – last but not least – die Effizienz mit der Einführung eines SRM-Systems noch weiter gesteigert, dass sich binnen drei Jahren amortisiert hat. Er gibt Einblick in die relevanten Kennzahlen und die damit verbundenen Einsparerfolge.

Messung und Monitoring von Einkaufserfolgen
als integraler Bestandteil eines Performance-Measurement-Systems

Andreas Kraft, Leiter Procurement Controlling & Guidelines , innogy SE

Andreas KraftDer Ausweis von Materialkosteneinsparungen ist problemlos darstellbar bis in die Gewinn- und Verlustrechnung, ebenso wie Skontoerlöse. Bei der Abwehr von Preiserhöhungen oder Einsparungen wird es deutlich schwieriger, da diese nicht über Ausgabenveränderungen abgebildet werden können. Und damit beginnt auch das Dilemma des Einkaufscontrollings: uneinheitliche Begriffe und Definitionen und eine fehlende Differenzierung von Einkaufsergebnis und Einkaufsleistung.

Transparenz ist der wesentliche Erfolgsfaktor einer modernen und innovativen Einkaufsorganisation und die Basis zur Erstellung von zielgerichteten Steuerungskennzahlen. Die Messung von Einsparungen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Auf Basis einheitlicher Begriffe und Definitionen hat Andreas Kraft ein Kennzahlensystem entwickelt, das verschiedene Dimensionen abbildet, und stellt dieses anhand von Beispielen vor. Sein Credo: „Miss es oder vergiss es!“

Stellhebel zur Optimierung der Supply Chain –
ganzheitliche Ausrichtung einer Einkaufsorganisation

Michael Lauterbach, Leiter Einkauf, Ondal Medical Systems GmbH

Hoher Produktmix und geringes Volumen sind häufige Herausforderungen im Einkauf. Dabei geht es um den Aufbau leistungsfähiger Lieferketten, die kostenoptimal große und kleine Stückzahlen fertigen und flexibel auf Marktschwankungen reagieren. Um die Optimierungspotenziale zu erschließen, bedarf es einer umfassenden Strategie: Bündelung von Teilefamilien, Reduzierung der Lieferanten-Anzahl, Wert-Analyse und Aufbau von Fokus-Lieferanten sowie deren logistische Anbindung. Michael Lauterbach zeigt, wie eine Organisation neu ausgerichtet wurde und welche Stellhebel zu einem nachhaltigen Erfolg geführt haben.

Lieferanten-Einbindung & cross-funktionale Teams: Einsparpotenziale heben
Einbeziehung von Vertrieb und Technik in den Beschaffungsprozess

Andreas Ripkens, Senior Expert Group Strategic Purchasing Electrics/Automation, SMS group GmbH

2_4_ripkens_smsIn den letzten Jahren haben Einkauf und Technik ihre Schnittstellen optimiert und gemeinsam eine Vielzahl von Projekten umgesetzt, sei es im Bereich der Produktentwicklung oder der Wertanalyse. Dennoch fehlen in diesem Zusammenspiel zwei wesentliche Elemente: der Lieferant mit einer Expertise, die seitens Einkauf und Technik ab einer gewissen Tiefe kaum aufzubringen sind, und – für viele Einkaufsorganisationen noch völlig undenkbar – der Vertrieb mit Blick auf den Markt und den Endkunden.

Andreas Ripkens zeichnet in seinem Vortrag ein verändertes Rollenverständnis des Einkaufs, verbunden mit dem Aufbau cross-funktionaler Teams zur Realisierung von Kosteneinsparpotenzialen und einer verbesserten Ausrichtung sowohl auf den Beschaffungs- als auch auf den Endkundenmarkt.

Operational Excellence: Was ist „State of the Art“?
Jens Delventhal, Head of Production Material, Corporate Purchasing, Körber AG

Ein ganzes Jahrzehnt beschäftigt sich der Einkauf mit strategischen Themen; Ursprung war die Trennung von operativen und strategischen Belangen. Eine Vielzahl von Prozessen wurde zwischenzeitlich operationalisiert bis hin zur Einführung von SRM-Systemen, Lieferanten-Portalen und mehr. Und jetzt Operational Excellence?

Strategische Arbeit bedeutet nicht, dass die operative Arbeit zu kurz kommen darf. Aber was ist der Anspruch? Wie erschließt man Raum und Kraft für kontinuierliche Verbesserung? Im Körber-Konzern sind weltweit 40 Tochterunternehmen unterschiedlichster Ausrichtung beheimatet: vom klassischen Maschinenbauer bis hin zum Anbieter von Intralogistik, vom Mittelständler bis zum Großunternehmen. Was ist hier „State of the Art“?

Jens Delventhal hat für Körber eine Methodik erarbeitet, in der alle Einkaufsbereiche der Töchter entsprechend ihrem Reifegrad auf einen unternehmensweiten Standard weiterentwickelt werden – mit erstaunlichen Erfahrungen, Erfolgen und Learnings.

Lean Purchasing: Dimensionen zur Neuausrichtung des Einkaufs
Dirk Mayer, Director Global Procurement, Pfisterer Holding AG

In den Funktionsbereichen Produktentwicklung, Produktion und Montage sind die Lean-Methoden vielfach etabliert. Lean im Einkauf lässt hingegen aufhorchen. Hat sich der Einkauf nicht im letzten Jahrzehnt mehr und mehr optimiert, Prozesse digitalisiert und enorme Einsparpotenziale gehoben? Trotzdem: Die Latte liegt immer höher.

In den vergangenen Jahren wurde bei vielen Unternehmen erkannt, welche gewinnbringenden und nachhaltig wirkenden Potenziale im Einkauf liegen. Lean Purchasing steht für eine nachhaltige Steigerung der Einkaufsperformance. Neben dem klassischen Ziel der Materialversorgung unter Kostengesichtspunkten sind die Vermeidung von Verschwendung und die Reduzierung von Durchlaufzeiten ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Dirk Mayer ist mit der Maßgabe einer rund zehnprozentigen Senkung der Beschaffungskosten gestartet. Dabei war die Erreichung der Kostensenkung nur ein KPI, um den Erfolg des Projektes zu messen. Im Fokus standen Mitarbeiterqualifizierung, Anwendung und Verknüpfung neuer Beschaffungsmethoden sowie neuartige, standortübergreifende Reporting- und Kommunikationswege – und dies unter Anwendung lean-konformer, verschwendungsarmer Prozesse und einer Regelkommunikation im Shop Floor Management.