E I N K A U F  &  M A T E R I A L W I R T S C H A F T

1 1 .  M Ä R Z   2 0 1 0

09:00

Eröffnung

Werner Sparrer, Veranstalter

09:15

Kennzahlen als Steuerungsinstrument

Andreas Seemann, Head of Procurement Production Material
Beate Lutz, Assistant to Purchasing Department
CENTROTHERM Management GmbH + Co. KG

Neben dem Tagesschäft ein effizientes und praxisgerechtes Einkaufscontrolling aufzubauen ist keine einfache Aufgabe, die oft durch Altlasten aus der Vergangenheit (Qualität und Verfügbarkeit der Daten usw.) erschwert wird. Dennoch sind Kennzahlen im Einkauf ein unentbehrliches Instrument um Trends oder Zielabweichungen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend reagieren zu können. Herr Seemann und Frau Lutz haben eine Reihe von Tools entwickelt mit deren Hilfe Daten aus dem ERP-System zusammengeführt und in Form von Cockpit-Charts visualisiert werden. Diese Excel-Tools werden benutzt um zum Beispiel auf die Preisentwicklung von Rohstoffen, die Lieferantenperformance und die internen Prozesse gezielt reagieren zu können. Sie dienen auch der Kontrolle von Zielvereinbarungen und der Mitarbeiterführung.

10:15

Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen im Einkauf

Operativer, Strategischer und Projekteinkauf

Armin Maes, Leiter Strategischer Einkauf, elexis AG und EMG Automation GmbH

Ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der organisatorischen Trennung der Zuständigkeiten im Einkauf ist die saubere Definition der Aufgaben und Schnittstellen. Besondere Schwierigkeiten treten oft bei der Zusammenarbeit mit den technischen Abteilungen bei Entwicklungsprojekten auf. Was meist fehlt ist ein technisch kompetenter Ansprechpartner im Einkauf der nicht auf Materialgruppen fixiert ist, sondern der alle einkaufsbezogenen Aktivitäten des Projekts überblickt und koordiniert. Im Hause EMG wurde mit der Funktion Projekteinkauf innerhalb des Strategischen Einkaufs diese Schnittstelle geschaffen. Dadurch konnten Qualität und Effizienz der Zusammenarbeit zwischen dem Einkauf und den technischen Abteilungen im Hause EMG deutlich verbessert werden.

11:45

Outsourcing komplexer Baugruppen

Peter Staudinger, Strategischer Einkauf
SÜSS Microtec Lithographie GmbH

Bedingt durch den enormen Kostendruck im Maschinenbau gewinnt die Komplettvergabe ganzer Baugruppen zunehmend an Bedeutung. Solche komplexen Outsourcingprojekte erfordern eine enge Abstimmung zwischen dem Einkauf und den technischen Abteilungen des Unternehmens. Herr Staudinger schildert anhand eines Beispiels die Abwicklung eines anspruchsvollen Vergabeprojekts unter maßgeblicher Beteiligung des Einkaufs. Dabei wird die Vergabe vom Engineering über Prototyp und "0"-Serie bis hin zur Kanbanabwicklung dargestellt.

13:30

Bedarfsgerechte Lagerbestände

Die hohen Lagerbestände aus den Zeiten der Hochkonjunktur und die damit verbundene Kapitalbindung haben die Liquidität der  Maschinen- und Anlagenbauer stark belastet. Als Konsequenz wurden seit Herbst 2008 überall große Anstrengungen unternommen die Bestände zu reduzieren. Der extrem rückläufige Auftragseingang bei den Endabnehmern im Maschinenbau und der gleichzeitig stattfindende Bestandsabbau haben dazu geführt dass bei zahlreichen Zulieferunternehmen der Auftragseingang zeitweise nahezu zu erliegen gekommen ist. Da die Zulieferunternehmen sich zumeist ebenfalls prozyklisch verhalten und ihrerseits die Lagerbestände bzw. die Rohstoffproduktion reduziert haben ist beim Wiedereinsetzen der Konjunktur mit langen Beschaffungszeiten und hohen Preisen zu rechnen. Die folgenden vier Beiträge beleuchten verschiedene Aspekte des Themas Bestandsoptierung. Ziel sollte sein, einerseits die Lagerbestände dauerhaft auf einem bedarfsgerechten Niveau zu halten und gleichzeitig dafür zu sorgen dass die Wertschöpfungskette intakt bleibt.

  • Sofortmaßnahmen zur Bestandsreduzierung (Task Force)
    Bernd Holec, Leiter Controlling / Strategische Projekte
    AERZENER Maschinenfabrik GmbH

  • Bestandsoptimierung durch Kanban und Fließfertigung (one piece flow)
    Dipl.-Ing.(FH) Dietmar Hauptmann, Leitung Einkauf und Logistik
    AMMANN Verdichtung GmbH

  • Antizyklische Lagerbestandsstrategie
    Dipl.-Ing. (BA) Bernhard Pruksch, Leiter Produktion und Logistik, JETTER AG

  • Partnerschaftliche Problemlösungsstrategien aus Lieferantensicht
    Dr.-Ing. Karlheinz Sossenheimer,  Geschäftsführer
    DEUTSCHE MECHATRONICS GmbH

17:30

Diskussion und "open end"

S E M I N A R   1

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9:00

Konsequenzen aus der Krise

Armin Maes, Leiter Strategischer Einkauf elexis AG und EMG Automation
Sebastian Meindl, Geschäftsführer Krehl & Partner, Karlsruhe

Der krisenbedingte Wandel vom Verkäufer- zum (Ein-) Käufermarkt hat die Einkaufsbereiche im Maschinenbau mit einer Geschwindigkeit getroffen, die völlig neue Denkansätze, Prozesse und Regeln im strategischen Einkauf erfordern. Neue Risiken in bisher nicht gekannter Größenordnung, drohende Lieferanteninsolvenzen und Zusammenschlüsse von Marktteilnehmern erfordern sichernde Vorsorgemaßnahmen, um auch künftig die unterbrechungsfreie Versorgung des Unternehmens zu gewährleisten. 

Neben diesen Risiken bieten sich den Einkäufern aber auch neue Chancen sowohl kurzfristige Einsparpotenziale - sog. Quick wins - als auch nachhaltige Maßnahmen zur Steigerung des Unternehmenswertes zu realisieren und sich bestmöglich "auf die Zeit danach" vorzubereiten. Produkte und Prozesse, die bei normaler Konjunktur optimal waren werden genauso in Frage gestellt wie die bisherige Einkaufsstrategie. Dazu können neben der verlängerten Werkbank, dem Outsourcing und Einkauf in Niedriglohnländern auch die eigene Organisation und die Mitarbeiterentwicklung zählen.  

Vor diesem Hintergrund bedarf es eines ganzheitlichen Konzeptes das neben einem umfassenden Risikomanagement drei wesentliche Bereiche anspricht: Sofortmaßnahmen, strategische (Neu-) Ausrichtung sowie wertanalytische Betrachtungen zur Optimierung der Produktkosten und Leistungen. Die konsequente Nutzung dieses Instrumentes hat bei der EMG Automation GmbH in den ersten Wertanalyseprojekten Einsparpotenziale von 15 - 22 % ergeben bei gleichzeitiger Steigerung des Kundennutzens. 

Dieses Seminar gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über alle relevanten Maßnahmen aus Sicht eines erfahrenen Praktikers, der sich seit über 20 Jahren mit den Themen strategischer Einkauf, Einkaufscontrolling aber auch Produkt- und Prozessoptimierungen beschäftigt. Im Rahmen der Veranstaltung werden drei erfolgreiche Wertanalyseprojekte vorgestellt, die binnen weniger Monate umgesetzt werden konnten und einen sockelwirksamen 6stelligen Ergebnisbeitrag gebracht haben. 

Teilnehmer

Geschäftsführer, Führungskräfte im Einkauf sowie strategische Einkäufer, die den Veränderungsprozess aktiv gestalten bzw. eine Zwischenbilanz für sich ziehen möchten.

Grundlagen und Inhalte

  • Einkauf in der Krise: Auswirkungen, Chancen und Risiken

  • Risikomanagement & Präventivmaßnahmen

  • Realisierung von Quick wins 

  • Analyse und strategische Neuausrichtung

  • Wertsteigerung durch Wertanalyse: Grundlagen, Methodik und Vorgehensweise

  • Praxisbeispiele EMG

  • Anwendung der Methode anhand eines Beispiels

Praxisbeispiele und Diskussion

Das Seminar stellt einen umfassenden Maßnahmenplan für das aktuelle Krisenmanagement  vor.  Eine open-end-Diskussion ermöglicht allen Gästen eine abschließende Aufarbeitung ihres Fragenkomplexes.

16:30

Diskussion und "open end"

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9:00

Recht für Einkäufer - deutsches und UN-Kaufrecht

Rechtsanwalt Franz-Josef Möffert, Kanzlei Möffert & Möffert, Hockenheim

Grundsätzlich hat man als Einkäufer im Inland "gute Karten": man sorgt bei der Auftragserteilung für die Kollision der AGB's und hat damit alle Vorzüge des BGB's auf seiner Seite. Doch so einfach gestaltet sich der Vergabeprozess in der Regel nicht - längst hat sich die Verkäuferseite hierauf eingestellt, tritt als kompetenter Verhandlungspartner auf und sucht ihre Risiken zu begrenzen. International wird es deutlich schwieriger: die wirksame Vereinbarung von AGB's ist oftmals an (unbekannte) Formvorschriften gebunden oder das nationale Recht lässt gar keine andere Rechtswahl zu als die des eigenen Staates. Und last but not least: wem nützt die Vereinbarung deutschen Rechts wenn das Urteil im Schadensfall im Ausland keine Anerkennung findet?

Wer auf dem (Welt-)Markt unterwegs ist um seine Bedarfe zu decken braucht neben fachlichem Know-how und Verhandlungsgeschick vor allem rechtliches Handwerkszeug: auf der Grundlage wichtiger Einkaufsverträge widmet sich dieses Seminar der Geltendmachung von Rechten aus Verzug, Mängelhaftung und Garantie- bis hin zu produkthaftungsrechtlichen Ansprüchen sowie der AGB-Problematik auf der Grundlage deutschen Rechts. Hierauf aufbauend erfolgt die Überleitung zum grenzüberschreitenden Rechtsverkehr auf Basis des UN-Kaufrechts (CISG) unter Einbeziehung gängiger Schiedsvereinbarungen. Das UN-Kaufrecht ist von mehr als 70 Vertragsstaaten anerkannt und kann somit eine neutrale Plattform für die Abwicklung internationaler Einkaufsverträge bieten. 

Teilnehmer

Geschäftsführer und Führungskräfte im Einkauf, aber auch ausgesuchte Nachwuchskräfte die sich einen Überblick über die Materie verschaffen wollen. 

Mindestteilnehmerzahl 10 Personen

Grundlagen und Inhalte

  • Allgemeine Rechtsgrundlagen, vorvertragliche Rechte und Pflichten, Letter of Intent; das Verhandlungsprotokoll

  • Vertragsabschluß, Einbeziehung Allgemeiner Geschäftsbedingungen und AGB-Kollision sowie unwirksame Klauseln in Einkaufs-AGB's

  • Wichtige Einkaufsverträge: Kaufvertrag, Werkvertrag, Dienstvertrag, Rahmenlieferverträge, Werkzeugverträge

  • Verzugshaftung: gesetzliche Voraussetzungen und Rechtsfolgen, Formalitäten zur Sicherstellung der Ansprüche; Vertragsstrafe

  • Mängelhaftung: Wareneingangskontrolle; werkvertragliche Abnahme, Mängelhaftungsansprüche des Einkäufers und notwendige Formalitäten; Verjährungsfristen

  • Garantie- und produkthaftungsrechtliche Ansprüche, Abgrenzung zur Mängelhaftung; Regress gegenüber dem Lieferanten

  • Grenzüberschreitender Rechtsverkehr: Rechtswahl und Gerichtsstand, internationales Privatrecht 

  • Grundzüge und Vorteile des UN-Kaufrechts; individuelle Regelungsbedarfe

  • Schiedsgerichtsvereinbarungen

Praxisbeispiele und Diskussion

Typische Probleme bei (inter-)nationalen Einkaufsverträgen; spezielle Teilnehmerfragen werden diskutiert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. 

16:30

Diskussion und "open end"